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Geschichtliches |
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Waltensburg besitzt eine lebendige Geschichte, die wir
bis ca. 1200 Jahren vor Christus zurückverfolgen können.
Diese Seite führt Sie auf eine kleine Reise in die Vergangenheit,
zu Burgen, Hexen, Reformation und weiteren reichen Kapiteln
der Waltensburger Geschichte. |
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Bezeichnungen Vuorz
& Waltensburg |
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Der romanische Name „Vuorz“ wird
erstmals im Jahr 765 im Testament des Bischofs
Tello als „Vorce“ erwähnt. Im
Testament vermachte der damalige Churer Bischof
Tello viele seiner Besitzungen im Vorderrheintal,
u.a. auch solche in „Vorce“, dem
eben gegründeten
Kloster Disentis. Der Name kommt vom lateinischen
"furcus“ (Gabelung)
und soll sich auf die Hochebene zwischen Rhein
und Flembach beziehen. Damit war vorerst wohl nur
das bewohnte Gebiet in der Gegend der heutigen
Burgruine
Munt sogn Gieri gemeint.
Der
deutsche Name Waltensburg stammt vermutlich
von einer
ehemals auf dem jetzigen Kirchenhügel im Dorf
liegenden Burg eines Herren namens Waltram oder
Waltharius.
Er wurde schon in alten Dokumenten so oder ähnlich
(Waltramsburc, Waltenspurg) geschrieben.
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Spuren erster Besiedlung |
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Die Gegend ist aber schon viel früher besiedelt
worden. Im Sommer 1935 wurde auf Jörgenberg südöstlich
des engeren Burgareals eine rätisch-illyrische Siedlungsstätte
der Eisenzeit (800/750-15 v. Chr.) nachgewiesen, unter
welcher eine ältere
der Bronzezeit (2300/2200-800/750 v. Chr.) liegt. Schon
1811 war in einer Kiesgrube unterhalb des Dorfes ein Bronzebeil
mit elliptischer
Schneide, lombardischer Typus, zutage gekommen.
Der Höhenzug
längst des Flem - so heisst der Bergbach,
der tief im Tobel neben der Kirche zu Tale fliesst
- eignete sich mit seinen steil abfallenden Seiten
offenbar
gut zur Selbstverteidigung der Bevölkerung.
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Herrschaft Jörgenberg |
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Im Mittelalter wurde diese Erhebung zu einem begehrten
Ort für die aufkommenden Feudalherren. Die vier
Burgruinen in der Nähe
des Dorfes zeugen noch heute davon.
Die Burg Munt Sogn
Gieri bzw. die Herrschaft
Jörgenberg,
die im Mittelalter eine grosse Rolle im Dorf und
seiner
Umgebung gespielt hat, wechselte mehrmals die Besitzer.
Als solche sind die Herren von Fryberg sowie die Freiherren von Rhäzüns
zu nennen.
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Reformation |
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Martin Luther hat am 13. Oktober 1517 in der Schlosskirche
zu Wittenberg in Deutschland die 95 Thesen angeschlagen,
welche die damaligen Missstände in der Kirche scharf
geisselten. Die Reformation in der Schweiz wurde vor allem
von Zürich
aus durchgeführt. Huldrich Zwingli (1484-1531)
war am dortigen Grossmünster als sogenannter "Leutpriester" tätig.
1525 nahm der Zürcher Grosse Rat Zwinglis Forderungen
einer Kirchenreform (Säkularisation der Klöster,
Reform von Zins- und Bodenrecht etc.) an. Sehr früh
verbreitete sich der neue Glauben auch in Graubünden.
Johannes Comander, 1523 Stadtpfarrer in Chur, hatte
mit Huldrich Zwingli in
Basel 1502/03 Theologie studiert.
Wie aber kam die
Reformation so früh nach Waltensburg? Anlass
dazu gaben sicher die konfessionellen Auseinandersetzungen
und Disputationen der sogenannten Artikel
von 1524/26 und die Religionsgespräche von
1526 in Ilanz. Die treibende Kraft war gemäss
einer Klosterüberlieferung
der Waltensburger Priester Cunzin. Er soll
eines Tages in der Kirche St. Leodegar gesagt
haben: "Oz messa e mai pli" (Heute Messe
und nimmermehr). Damals soll die Gemeinde den Beschluss
gefasst
haben, zum neuen Glauben überzutreten.
Waltensburg/Vuorz nahm als einzige Gemeinde der Umgebung
schon früh, etwa 1527, die Reformation an und bildet
seither konfessionell gesehen eine kleine Enklave.
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Hexenwahn im 17. Jahrhundert |
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In der Schweiz hat die Hexenverfolgung
vom 15. bis 18. Jahrhundert gedauert. In dieser Zeitspanne
wurden ungefähr 3400 Frauen und Männer misshandelt
und getötet, und zwar in katholischen wie auch in
reformierten Gebieten. Jeder konnte jeden
verdächtigen und anklagen, und wer einmal in die
Mühlen der "Unrechtsprechung" geraten
war, durfte kaum auf Rettung hoffen. Weil die verdächtigten
Personen zunächst alle Beschuldigungen abstritten,
mussten sie die Folter erleiden, bis sie alles gestanden,
auch die Teufelsbuhlschaft. Nur wenige widerstanden
den Folterqualen und wurden freigesprochen.
In Waltensburg begannen die Hexenprozesse im Jahre
1652, mit einem Todesurteil an Thrina Joss Jon Ping aus
Waltensburg. Aus den Gerichtsprotokollen geht hervor,
dass insgesamt 12 Personen hingerichtet und 2 verbannt
wurden. Lediglich 5 wurden freigesprochen. Im 1718 wurden
in Waltensburg die letzten zwei Hexenprozesse durchgeführt.
Die Richter verbannten Regula Conzin. Anna digl Ambrosi
wurde freigesprochen. Die zwei steinernen Säulen
eines früheren Galgens auf dem Weg zur Burgruine
Munt Sogn Gieri, sind Zeugen dieser lebhaften Vergangenheit.
Die vermeintlichen Hexen, die Hexenmeister wie auch andere
Missetäter fanden hier am Galgen ihr Ende.
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Der erfolgreiche
Auswanderer |
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In der Nähe der reformierten Kirche (ca. 100
m tiefer gelegen auf der rechten Strassenseite) befindet
sich das
Geburtshaus des Emigranten Anton Cadonau (1850-1929).
Die wichtigsten Stationen seines Lebens, die zu seinem
ausserordentlichen
beruflichen Erfolg geführt haben, sind folgende:
Waltensburg, Chur, Hamburg, Singapore,
Paris.
Der Kanton
Graubünden war besonders während des 19. Jahrhunderts
von der Emigration stark betroffen. Historische Dokumente
beschreiben die stürmischen Schifffahrten nach Amerika,
wo man sich manchmal am Bett festbinden musste, um nicht
auf den Boden zu fallen. |
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Existenzsicherung Tourismus |
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Die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts waren gekennzeichnet
durch eine Konjuktur, die nie zu versiegen schien. Sie
wuchs noch bis Mitte der 70er Jahre stetig an. Im gleichen
Masse entleerten sich die Bergdörfer. Hauptsächlich
unsere jungen Leute suchten und fanden Arbeit und guten
Verdienst
im Unterland. Die Güterzusammenlegung führte
ab 1961 auch in Waltensburg zur Konzentration der Bauernbetriebe
(Mechanisierung, zugleich Anstieg des Viehbestands) und
verstärkte
die Abwanderung. Eine Sackgasse?
Von 1965 an
macht man die
ersten
bescheidenen Schritte in
Richtung
Wintersport und erkannte darin ein grosses Zukunftspotential.
Der Verkehrsverein
Waltensburg
zieht den Bau von Skiliften in Scuein, Alp Dado und
Siel-Buriz (in Andiast) in Betracht. Im Jahre 1968
wird in Waltensburg der Skilift Scuein in Betrieb
genommen. Am 18.12.1972 wird die Erschliessung des Péz
d'Artgas mit der Gründung der Skilifte und Bergbahnen
Péz
d'Artgas SA (heute Bergbahnen BWA AG) in Angriff
genommen. Im Jahre 2003 erreichte das Unternehmen erstmals
einen Umsatz von CHF 6
Millionen. Beim grössten Arbeitgeber der
drei Gemeinden arbeiten heute 13 Jahres-
und
über 70 Saisonangestellte (ohne Schneesportschulen,
die ihrerseits ebenfalls über 40 Saisonstellen
bieten).
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Zeittafel |
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Ein hochbegabter,
genialer Maler kam nach Waltensburg um die Kirche
auszumalen.
Name und Herkunft sind noch heute unbekannt. Der Künstler
geht als „Waltensburger Meister“ in die
Geschichte ein. |
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Andiast löst
sich von der Muttergemeinde Waltensburg ab und
blieb
dem katholischen Bekenntnis treu. Der konfessionelle
Hader mit Andiast dauerte aber bis
ins 19. Jahrhundert. |
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Die Gemeinde Waltensburg
nahm als einzige Gemeinde der Umgebung schon
früh die Reformation an und bildet somit
konfessionell eine kleine Enklave. |
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Regula Conzin von Waltensburg
wird 1718 als letzte Hexe der Gerichtsgemeinde
verurteilt. |
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Die Gemeinde Waltensburg
befreit sich mit der Bezahlung der riesigen Summe
von 4500 Gulden endgültig von der Bevormundung
durch das Kloster Disentis. |
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Ab diesem Jahr verkehrt
3x wöchentlich eine Pferdepost zwischen Chur
und Disentis. |
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Geburt der Bündner
Kantonsverfassung |
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Vollendung der Verbindungsstrasse
Waltensburg-Brigels (Gedenkstein zur Erinnerung an
die Erbauer Escher von der Lindt, de Latour und Simon
Bavier, erster Bündner Bundesrat) |
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Eröffnung der
Ruinaulta/Rheinschlucht-Linie der Rhätischen
Bahn |
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Bis dahin hat sich
die Kantonsverwaltung gegen die Segnungen des motorisierten
Individualverkehrs gesperrt und Autos einfach verboten.
Sie galten im Bauernkanton als nerventötende „Modespielzeuge“,
denen die Dorfjugend auch nach Aufhebung des Verbots
noch Steine nachwarf.
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Bis 1963 war das vorwiegend
bäuerliche Waltensburg finanziell gut situiert
(Wald- und Wasserzinsen) und erhob keine Gemeindesteuer. |
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Bau des Skiliftes Scuein. |
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Gründung der
Ski- und Bergbahnen „Péz d’Artgas
SA“,
heute
Bergbahnen Brigels-Waltensburg-Andiast |
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Das Ökohotel
Ucliva, ein Pionierwerk des naturnahen und
angepassten Tourismus, wird errichtet. |
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Die beiden Verkehrsvereine
Waltensburg/Andiast und Brigels besiegeln die jahrelange
enge Zusammenarbeit unter dem Dach des Center Turistic
mit der Fusion zur Brigels Waltensburg Andiast Tourismus. |
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